Zum ersten Mal: Der neue Schlitten

oder: Frohe Weihnachten

Auch dieses Jahr kommt – wenn er kann – 

der liebe gute Weihnachtsmann.

Der kleine Fred freut sich schon sehr,

das Warten fällt ihm sichtlich schwer.

Bei einem Gläschen Kinderpunsch

verkündet er den größten Wunsch:

Ein Schlitten soll es diesmal sein,

‘was anderes fällt ihm nicht mehr ein.

Fred schreibt den Wunsch noch sauber auf

und klebt ‘ne Weihnachtsmarke drauf.

Den Umschlag bringt er schnell zur Post

und schickt ihn weg nach Nord/Nord-Ost.

Nach Wochen ist es dann soweit,

es wird auch langsam höchste Zeit:

Der Weihnachtsabend ist gekommen.

Und Fred? Der lächelt ganz versonnen.

Den Mann in Rot musst’ Fred kaum bitten – 

es gibt tatsächlich einen Schlitten!

(Der einzig von Freds Eltern stammt,

der Fakt ist Fred noch unbekannt.)

Noch abends fängt’s zu schneien an,

Freds Vater muss mit der Schaufel ran.

Derweil wird im Haus der Braten kalt,

Freds Vater schimpft laut auf den Winterwald.

Am nächsten Tag stürzt Fred hinaus

und trifft seine Freunde im Schnee vor dem Haus.

Gemeinsam ziehen sie von dannen

zwischen des Waldes Nordmanntannen.

Fred fragt seine Freunde nach ihren Geschenken,

dass sie wenig bekamen, gibt ihm zu denken.

Keiner der Freunde hat einen Schlitten,

doch Neid und Missgunst werden bestritten.

Sie denken „Der Fred nimmt uns alle mit rauf“

und stapfen gemeinsam den Hang hinauf.

Zwei schieben den Schlitten, zwei ziehen mit Kraft,

zur Stärkung gibt’s oben am Gipfel ‘nen Saft.

Die Aussicht ist schön, der Schnee glitzert hell,

Fred springt auf den Schlitten und fährt abwärts – so schnell!

Die Freunde schau’n ihm verärgert zu,

Fred kann nicht gut lenken, wird schneller im Nu.

Für eine Person ist der Schlitten zu groß.

Fred fragt sich: „Wie schaff’ ich ‘ne Notbremsung bloß?“

Mit Karacho und Schmackes fährt er durch den Schnee,

macht plötzlich ‘nen Salto, landet unsanft – oh weh!

Die Freunde schlittern den Hang hinab

und nehmen den Fred erst mal Huckepack.

Der ist zerknirscht und entschuldigt sich sehr,

alleine fahren will er nie mehr!

Zu viert suchen sie sich ‘nen Hügel, den höchsten.

Denn gemeinsam mit allen ist der Spaß doch am größten!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen von Herzen frohe und besinnliche Weihnachten!

Schön, dass ihr hier mitlest!

1 Kommentar zu „Zum ersten Mal: Der neue Schlitten“

  1. Liebe Sophie, als ich den Titel las, dachte ich, ihr hättet den Kindern einen neuen Schlitten gekauft. Weil es doch in Berlin so stark geschneit hatte. Bei uns waren heute Mittag 20 (!) Grad. Verrückt. Schlittenfahren ist für unsere Mädchen nur ein Weihnachtsmärchen. Gäbe es denn bei euch in der Nähe einen geeigneten Hügel?
    Schön hast du gedichtet! Habt ein gesundes, frohes Fest, ob nun mit Schnee oder ohne! Liebe Grüße aus Italien, Anke

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