Immer wieder: Gärten

oder: Unter der Augenweide

Gestern früh sind mein Mann und ich eine Runde gelaufen. Das machen wir oft am Wochenende, es sind sechs bis neun Kilometer, die wir miteinander verbringen. Mein Mann erbarmt sich meiner, normalerweise läuft er schneller. Wir haben zwei Joggingstrecken, die eine führt uns lange Zeit durch einige Parks im Berliner Südwesten. Momentan ist ein Weg gesperrt und am Zaun hängt ein Schild einer Firma für Garten- und Landschaftsbau. Darauf steht etwas wie: „Wir stellen ein. Auch Quereinsteiger.“ Ich wusste nicht, dass Quereinsteiger sogar in diesem Berufsfeld eine Chance haben, ich fühlte mich gleich angesprochen. „Schau mal“, sagte ich, während wir an dem Schild vorbeiliefen. „Willst du dort im Justiziariat anfangen?“, neckte mich mein Mann. „Daran hatte ich eigentlich nicht gedacht,“ erwiderte ich. „Ist bestimmt ein guter Job“, sagte mein Mann und meinte jetzt nicht mehr das Justiziariat. „Ich stelle mir vor, dass es etwas Meditatives hat“, sagte ich.

Manchmal denke ich daran, beruflich nochmal umzusatteln. Manchmal frage ich mich, ob Gärtnerin ein guter Job für mich wäre. Denn ich halte mich wahnsinnig gern in Gärten auf, zum Beispiel in unserem eigenen im schönen Brandenburg. Ich arbeite gern mit den Händen, ich bin gern an der frischen Luft, auch bei schlechtem Wetter. Ich mag es, wenn alles um mich herum schön aussieht. Ich mag es, wenn alles gut duftet: nicht nur die Blumen, sondern auch die Erde, das Gras, der Regen. Ich hätte Spaß daran, Beete zu gestalten. Gerade habe ich gelesen, dass es bei der Ausbildung zur Gärtnerin sogar die Fachrichtung Staudengärtnerei gibt. Ich glaube, das könnte mir gefallen.

Ich würde gern eine Arbeit machen, bei der Fehler nicht so ins Gewicht fallen, bei der ich nicht so unter Druck gerate. Vielleicht schaue ich mir bei meiner nächsten Joggingrunde das Schild nochmal genauer an.

Liebe auf den ersten Blick: Sissinghurst Castle Garden in Kent …

… den wir in 2019 und 2022 besucht haben.

Sieht fast wie eine Unterwasserwelt aus.

Gärten mag ich Ton in Ton …

… und bunt (Lytes Cary Manor in Somerset).

Kugeldisteln zieren jetzt auch unseren eigenen Garten (das ist er aber leider nicht!).

So sitzen sich mein Mann und mein Vater beim Schachspielen gegenüber (im Hintergrund Versailles).

Einer der Gärten von Chenonceau. Schnörkel. Renaissance.

Hier hätte ich mich gern ein bisschen verloren – die Gärten von Villandry.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland …? (Nein, ebenfalls Villandry).

Ich LIEBE Dahlien. Diese hier habe ich im Britzer Garten in Berlin gesehen.

Endlich mal ein Bild aus unserem Garten: der Mohn kurz vor seinem Durchbruch.

I never promised you a rose garden (Blois, Loiretal).

An Rosen muss ich IMMER schnuppern. Sonst denke ich, dass ich etwas verpassen könnte.

Der Garten des Minack Theatre in Cornwall. Da wird manches Stück zur Nebensache.

Wenn man erkennt, dass die eigenen Lieblingsfarben ganz sicher Orange und Lila sind.

Garden with a view (St. Michael’s Mount in Cornwall).

In englischen Gärten sind Mauern oft das i-Tüpfelchen (Lanhydrock House in Cornwall).

In Cornwalls Gärten habe ich einen weiteren englischen Ausdruck für „Labyrinth“ gelernt: maze.

Ich frage mich, warum mein Mann unsere Hecke nicht auch in eine solche Form bringt (Knightshayes Court in Devon)?

PS Wer jetzt Lust bekommen hat, noch mehr England-Fotos anzuschauen, der findet sie bei meinen Reiseberichten, und zwar hier und dort.

10 Kommentare zu „Immer wieder: Gärten“

  1. Ich liebe Dahlien auch!🤩 Sie erinnern mich an unseren kleinen Schrebergarten, den meine Eltern in Strausberg hatten. Hier in Italien sehe ich sie gar nicht, oder selten? Muss mal drauf achten. Zum Umsatteln ist es nie zu spät, du kennst ja meine Devise, dass es nur gut sein kann, seinen Leidenschaften nachzugehen. Oder du schaffst einen öffentlichen Schreib- und Lesegarten, wo du kleine Sitzecken und Schreibtisch-Arrangements vermietest. Hm, wie klingt das? LG Anke

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    1. Liebe Anke, das klingt (wie alle deine Vorschläge!) ganz ausgezeichnet. Eine Zeit lang hatten meine Freundin Schneewittchen und ich die Idee, einen Coworking Space zu eröffnen. Wir hatten sogar schon eine Immobilie ins Auge gefasst. Aber das Ganze als Schreib- und Lesegarten aufzuziehen, ist natürlich noch viel charmanter. Und trägt auch dem Umstand Rechnung, dass sich die Großstädterin/der Großstädter vielleicht nach ein bisschen Natur sehnt. Herzliche Grüße, Sophie

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    1. Das ging mir beim Heraussuchen der Fotos auch so. Eigentlich hatten wir daran gedacht, im nächsten Sommer eine kleine Tour durch Österreich, Slowenien, Kroatien und Italien zu machen. Jetzt habe ich irgendwie doch Sehnsucht nach England bekommen …

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  2. So wunderbare Gärten, es macht Freude sie anzusehen. Und es macht auch Freude im eigenen Garten zu werkeln und ihn so schön wie möglich zu gestalten. Das kostet Geduld, Fleiß und Mühe. Ich bin dabei!

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  3. Liebe Sophie,
    die Fotos sind ja wieder so schön zusammen gestellt. Schon die „Aufmacher“ zu deinen Blog-Beiträgen sind ja immer wahre Hingucker; die Gartenfotos aus England und Frankreich umso mehr.
    Ich verstehe gut deinen Wunsch selber „Hand anzulegen“ und Gärten zu gestalten, wenn ich an Lennè und Fürst Pückler denke. Etwas zu gestalten, dass erst nach hundert Jahren vollendet ist, muss herrlich sein.
    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ist aber nur die halbe Wahrheit – wie man an deinen Blogs und Geschichten sieht.

    Es grüßt der „Follower“

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    1. Lieber Follower,
      vielen Dank für deine Nachricht! Ich hatte seit längerer Zeit vor, ausnahmsweise mal mehr Bilder als Text zu veröffentlichen, einfach und allein schon deshalb, weil ich sehr gern fotografiere. Außerdem möchte ich meine Leserinnen und Leser gern von Zeit zu Zeit überraschen. Deshalb freue ich mich auch immer, wenn mir jemand in mein Gästebuch schreibt oder ich einen Text verfassen kann, der in die Rubrik „Reise“ passt.
      Durch Gärten und Parks zu schlendern, macht mir jedes Mal wieder großen Spaß. Das gilt sogar für unseren Kleingarten im schönen Brandenburg. Die Aufenthalte dort leben aber vor allem von den lieben Besuchern, die wir dort regelmäßig haben.
      Herzliche Grüße!

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